Die Hochschule Düsseldorf will Japan als ein strategisches Schwerpunktland in ihrem Netzwerk internationaler Hochschulpartnerschaften etablieren. Hierzu hat sie das Projekt „HSD-Japan Gateway“ initiiert, mit dem ihren Internationalisierungsmaßnahmen ein neuer zukunftsorientierter Fokus gegeben wird. Dieser soll insbesondere die didaktische und fachliche Expertise ihrer Lehrenden sowie die Standortvorteile Düsseldorfs optimal nutzen und nachhaltige internationale Kooperationen in Forschung und Lehre hervorbringen.
Mit großem Erfolg: Für das Konzept „HSD-Japan Gateway“ wird die HSD über den Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD e. V. aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit insgesamt 497.000 Euro gefördert.
Bereits seit langem bestehen Verbindungen der HSD insbesondere über eine langjährige Hochschulpartnerschaft mit der University of Aizu. Diese Kontakte sollen nun ausgebaut werden. Bereits Ende November hatte eine Delegation der japanischen Außenwirtschaftsorganisation JETRO, lokalen Regierungsvertretern der Präfektur Chiba und Vertreter*innen der Chiba University Connect, eines mit der Universität Chiba affiliierten Inkubationszentrums den Campus in Derendorf besucht.
In den nächsten drei Jahren (2026-2028) wird die Hochschule Düsseldorf strategische Kooperationen mit Hochschulen und außerhochschulischen Praxispartnern in Japan sowie der deutsch-japanischen Business Community in Düsseldorf auf- und ausbauen. Als „Gateway“ für diesen Zweck dient dabei das Zentrum für Digitalisierung und Digitalität (ZDD), das als Sprungbrett zur Entwicklung eines Netzwerks für interdisziplinäre deutsch-japanische Zusammenarbeit dienen soll. Das Zentrum ist ein Lehr- und Forschungsinstitut, das anwendungsorientierte Lösungen und neuartige Studienangebote im Themenfeld von Digitalisierung und Digitalität entwickelt. Hierzu gehören etwa Data Science und Künstliche Intelligenz, Digitale Gesundheit und intelligente Nutzer*innenschnittstellen, interdisziplinäre Technikfolgenabschätzung oder erneuerbare Energien und Energieeffizienz.
Diese Themen passen punktgenau zum „Gateway“-Projekt, da dies auch die großen Zukunftsthemen in Japan sind, die unter anderem im zentralen Leitbild der japanischen Innovationspolitik, der sogenannten “Society 5.0” verankert worden sind. Damit eignen sich die Lehr- und Forschungsschwerpunkte des ZDD ideal für die Entwicklung von kollaborativen Lehrveranstaltungen und den Forschungsaustausch zwischen der HSD und ihren japanischen Partnerhochschulen. Das Projekt wurde zusammen mit den Professoren Jens Herder aus dem Fachbereich Medien und Kay Schröder aus dem Fachbereich Design und in Abstimmung mit der Hochschulleitung sowie der Leitung des ZDD entwickelt. Das Kernelement des Konzeptes bildet die Entwicklung von zwei kollaborativen Projektmodulen mit japanischen Partnerhochschulen sowie die jährliche Durchführung einer Summer School an der HSD und einer Winter School an einer der japanischen Partneruniversitäten. Diese geben deutschen und japanischen Studierenden eine niedrigschwellige Möglichkeit, gemeinsam Themen zu erarbeiten und die jeweils andere Kultur kennenzulernen.
Unter dem übergeordneten Thema Mixed-Media und Human Data Interaction wird dabei im Sinne des disziplinübergreifenden Ansatzes des ZDD jedes Jahr eine andere fachliche Perspektive im Vordergrund stehen. Auf diese Weise werden Anknüpfungspunkte für weitere Fachbereiche der HSD geschaffen und die Kooperationen schrittweise in die gesamte Hochschule integriert und damit auf ein strategisches Level gehoben.
Ein weiterer essenzieller Bestandteil des Programms ist darüber hinaus die Einbindung von Praxispartnern sowohl auf deutscher als auch auf japanischer Seite, wodurch im Rahmen des Projekts auch Praxistransfer generiert werden soll. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Förderung von Unternehmertum unter den Studierenden und anderen Hochschulangehörigen. Hierfür arbeitet das Projektteam eng mit dem Japan Desk der Wirtschaftsförderung Düsseldorf zusammen, das die HSD mit der lokalen deutsch-japanischen Business Community vernetzt.
Schließlich wird auch der Austausch von Gastwissenschaftler*innen ein zentraler Aspekt der Aktivitäten sein, um darüber hinaus die Forschungszusammenarbeit zu stärken. Die Absicht ist, hier eine langfristige Verstetigung der Beziehungen über die Förderlinie hinaus zu etablieren, so dass künftig auch andere Bereiche der Hochschule an den Programmen teilnehmen können.