Online-Vortrag zu Schwarzem Feminismus & Intersektionalität
In den vergangenen Jahrzehnten hat der Schwarze Feminismus wichtige Impulse für feministische und antirassistische Debatten gegeben. Er macht darauf aufmerksam, dass Diskriminierung selten entlang nur einer Kategorie verläuft. Stattdessen greifen unterschiedliche Machtverhältnisse, wie etwa Rassismus, Sexismus oder Klassismus häufig ineinander und prägen soziale Realitäten auf komplexe Weise.
Aus diesen Analysen entwickelte sich das Konzept der Intersektionalität, das maßgeblich von der US-amerikanischen Rechtswissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw geprägt wurde. Es beschreibt, wie sich verschiedene Formen von Diskriminierung überschneiden und gegenseitig verstärken können. Wichtige Impulse für diese Perspektive stammen aus den Bürgerrechts- und Frauenbewegungen der USA. Autorinnen und Aktivistinnen wie Audre Lorde, Bell Hooks oder das Combahee River Collective haben diese Debatten entscheidend geprägt. Auch in Deutschland wurde Schwarzer Feminismus durch Autorinnen und Aktivistinnen wie May Ayim und Katharina Oguntoye sichtbar gemacht und weiterentwickelt.
Am 9. April 2026 findet von 15:00 bis 16:00 Uhr zu diesem Thema ein Online-Vortrag der TIBAcademy statt. Die Referentinnen Dorothy Allotey und Nana Yaa Ehrenreich geben eine Einführung in die Entwicklung des Schwarzen Feminismus von den USA bis nach Deutschland und stellen zentrale Denker*innen wie Audre Lorde, May Ayim und Kimberlé Crenshaw vor. Darüber hinaus wird Intersektionalität als Analyseinstrument für gesellschaftliche Macht- und Ungleichheitsverhältnisse erläutert und dessen Bedeutung für aktuelle gesellschaftliche Debatten diskutiert. Auch der Transfer in die Praxis wird thematisiert, etwa im Kontext sozialer Arbeit sowie in zivilgesellschaftlichen und organisatorischen Zusammenhängen.
Referentinnen
Dorothy Allotey ist Gründerin und Vorstand des TIBA Movement e. V. sowie Gründerin der TIBAcademy. Sie arbeitet an der Schnittstelle von sozialer Gerechtigkeit, Organisationsentwicklung und Technologie und setzt sich für intersektionale Awareness sowie die strukturelle Förderung von Black & Brown Identitäten ein. Ergänzend zu ihrer Arbeit als Referentin für Organisationsentwicklung, New Work und intersektionale Awareness gestaltet sie als Produktmanagerin bei 1&1 die globalen App-Lösungen für GMX, Web.de und mail.com strategisch mit.
Nana Yaa Ehrenreich (B.A. Soziale Arbeit) ist Sozialarbeiterin, Bildungsreferentin bei TIBAcademy und intersektional arbeitende Aktivistin. Ihre Schwerpunkte liegen in der Analyse von Mehrfachdiskriminierung sowie in der Entwicklung diskriminierungssensibler Bildungs- und Schutzkonzepte. Seit 2022 engagiert sie sich im Rahmen von TIBA Movement e.V. für die strukturelle Sichtbarmachung und Stärkung von Black & Brown FLINTA*-Artists und konzipiert Awareness- und Schutzstrukturen für kulturelle Veranstaltungsräume.
Anmeldung
Zur Anmeldung senden Sie bitte bis zum 07.04. eine kurze E-Mail mit Ihrem Namen und ggf. Ihrer institutionellen oder organisatorischen Zugehörigkeit an paula.nyarko@hs-duesseldorf.de
Quellen
Kimberlé Crenshaw / African American Policy Forum: What is Intersectionality?
Was ist Intersektionalität? - Bundesstiftung Gleichstellung – Feministische Führungs- und Organisationskultur
Weiterführende Informationen zum Thema
INTERSECTIONALITY MATTERS | AAPF
Was ist intersektionaler Feminismus? - UN Women Deutschland
Ayim, May; Oguntoye, Katharina; Schultz, Dagmar (Hrsg.) (1986): Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte. Berlin: Orlanda Verlag.
Crenshaw, Kimberlé (1989): Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics. University of Chicago Legal Forum.
hooks, bell (1981): Ain’t I a Woman: Black Women and Feminism. Boston: South End Press.
Kelly, Natasha A. (2023): Schwarzer Feminismus. Grundlagentexte. Münster: Unrast Verlag.
Lorde, Audre (1984): Sister Outsider: Essays and Speeches. Berkeley: Crossing Press.