Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences

​​Wer sind Sie und was ist Ihre derzeitige Tätigkeit bzw. was haben Sie gerade aktuell vor?
Ich bin Lisa Scherf, zurzeit 25 Jahre alt und habe vor einem Monat mein Masterstudium in Kommunikationsdesign beendet. Ich schrieb und gestaltete ein dokumentarisches Buch über die Kiefernstraße in Düsseldorf Flingern-Süd, welches ich nun gerne veröffentlichen möchte. Neben meinem Studium war ich als Werksstudentin in einem Grafikbüro für den Bereich Kunst und Kultur tätig. Im Moment wurden meine Pläne durch das Coronavirus ziemlich durcheinandergebracht. Zurzeit wäre ich mit einem Rucksack in Sri Lanka unterwegs, stattdessen versuche ich mich privat an der ein oder anderen Stelle weiterzubilden.
 
Warum haben Sie sich für Ihr Studium und Ihre besondere Abschlußarbeit entschieden?
Das Studium bietet einem viele Freiheiten und man kann in die unterschiedlichsten Bereiche „eintauchen“ – auch die, die scheinbar fernab von Design liegen. Allerdings ist Design überall zu finden, zu jeder Tageszeit, an allen Orten und in allen Situationen – das macht diese Disziplin für mich so spannend. Das spiegelt sich auch in meiner Abschlussarbeit wider. Hier beschäftigte ich mich zum Beispiel auch intensiv mit Stadtsoziologie und -entwicklung, war Autorin, Dokumentaristin, Journalistin, Sammlerin, Archivarin, Fotografin und Gestalterin gleichzeitig. Bei dieser Arbeit konnte ich mit Herz und Freude rangehen.
 
Was war das Spannendste an Ihrem Studium, gab es besondere Erlebnisse?
Spannend waren für mich die Projektwochen, die ich meistens mit einem Lehrenden und einer Gruppe aus Studierenden an einem anderen Ort verbrachte. Wir fuhren nach Stuttgart, Leipzig, London und Mailand, wo ich viele bekannte Gestalter*innen, Studios und Museen besuchte. Aus diesen Erlebnissen nahm ich immer wertvollen Input mit. 
 
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie in ihrem weiteren Werdegang brauchen, haben Sie im Studium an der HSD erworben oder kennengelernt?
Viele Kenntnisse und Fähigkeiten haben sich durch das Studium an der HSD intensiviert und neu gebildet, besonders weil einem viele Freiheiten in den Projekten möglich waren. Hierbei geht es weniger um technische Skills, als um persönliche Weiterentwicklung: Selbstbewusstsein in dem, was ich tue, einen weiten, offenen Blick auf mein Umfeld und das Fremde.
 
Kurioses, Lustiges, Trauriges während des Studiums an der HSD - was würden Sie Ihren Kindern und Freunden erzählen?
Im allerersten Semester besuchten wir die Kunstausstellung von Alexander Calder im K20, der besonders für seine schwingenden Mobiles und für kinetische Kunst bekannt wurde. Unser Professor wollte diese Mobiles durch kurzes Antippen in Bewegung versetzen und wurde natürlich von der Museumswärterin ermahnt, man dürfte die Kunstwerke nicht anfassen. Anschließend stand der ganze Kurs pustend vor den Kunstwerken und unser Professor begleitete dies mit den Worten: „Calder würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, dass seine Kunst nicht bewegt werden darf“.
 
Was hat Ihnen damals geholfen, sich für Ihren Studiengang zu entscheiden? Was können Sie zukünftigen Studierenden empfehlen?
Ich wusste in der Schulzeit ziemlich schnell, dass ich mal im Kreativbereich tätig sein möchte und habe damals schon ein paar Tage an einem Probestudium in Berlin teilgenommen und bin zu vielen Info-Veranstaltungen und Messen rund um kreative Studiengänge gegangen. Diese Fokussierung hat mich in meiner Idee bestärkt – dennoch darf man dabei nicht vergessen, auch mal um die ein oder andere Ecke zu schauen, nach links und rechts. Nach dem Abitur und nach einem dreimonatigen Praktikum in einer Werbeagentur bin ich dann direkt in das Studium gestartet.
 
Was würden Sie unseren Studierenden raten, die den Einstieg in ein weitergehendes Studium oder den Beruf noch vor sich haben?
Gerade der kreative Bereich ist sehr vielfältig und teilweise auch unübersichtlich. Ich habe lange gebraucht, um herauszufinden in welchem Bereich ich mich als Gestalter positioniere. Deswegen würde ich raten, im Bachelorstudium vieles auszuprobieren, ein Auslandssemester und ein Praktikum zu machen. Man sollte sich keinen zeitlichen Druck machen, denn gerade die flexible Studiumszeit ist wertvoll, seine „gestaltende Persönlichkeit“ auszubilden. Auch das anschließende Masterstudium hat mir geholfen. 
 
Was planen Sie für Ihre Zukunft?
Ich würde gerne nochmal für ein paar Monate in einem Grafikbüro im Ausland arbeiten. Anschließend wäre meine Wunschvorstellung, als Kommunikationsdesignerin in einem Grafikbüro tätig zu sein, in dem ich Projekte im Printbereich von Beginn an begleite und aufbaue. Ich wünsche mir mutige Auftraggeber, die einem vertrauen sowie Freiheiten und Möglichkeiten lassen.
 
„Die Hochschule Düsseldorf ist für mich…“
… ein wertvoller Ort für das Bilden einer Persönlichkeit und das Netzwerken.
 
Was hätten Sie sich von der HSD gewünscht?
Ich durfte mein Masterstudium am neuen Campus verbringen, den ich klasse finde. Allerdings finde ich schade, dass man in „unserem“ Gebäude der Architekt*innen und Designer*innen wenig davon spürt, dass hier Studierende gestalten, experimentieren, kleben, sprayen, bauen, dichten, zeichnen … Es gibt Regeln für das Aufhängen von Plakaten und viele Flächen dürfen nicht „bespielt“ werden. Das sollte auf jeden Fall anders sein.
 
Weitere Informationen unter: www.lisascherf.de

E-Mail: design@lisascherf.de
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