Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences

Interview mit Jill Zimmermann

Wer sind Sie und was ist Ihre derzeitige Tätigkeit? 

Ich bin Jill Zimmermann und arbeite derzeit als Tontechnikerin in einem Aufnahmestudio (Jukasa Studios) in Kanada. 


 

Was sind Ihre  Aufgaben? Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus? 

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig und ändern sich ständig. 
Grundsätzlich bin ich dafür zuständig mit meinen Kunden an Aufnahmen zu arbeiten, Songs abzumischen oder zu mastern, wobei ich 
auch oft die Assistenztechnikerin für Produzenten bin, die alles zusammenbringt. 
Zudem bin ich auch für die Archivierung von Sessions und Instandhaltung der Technik zuständig und muss Probleme beim Computer / dem technischen Euipment beheben. Ein typischer Arbeitstag ist schwer zu beschreiben, da es von dem Kunden und dessen Vorhaben im Studio abhängt, aber meist beginnt mein Arbeitstag um 11Uhr morgens und geht bis 19 Uhr bzw. bei langen Tagen auch bis nach Mitternacht. 


 

Was ist das Spannendste an Ihrem Job? Was gefällt Ihnen nicht so gut?

Das Spannendste an meinem Job ist mit hochprofessionellen Musikern zu arbeiten und zu wissen, dass man schnell, effizient und ohne Fehler arbeiten muss, da diese Kunden manchmal nur einen Take spielen und der Ton auf der technischen Seite dann sitzen muss. Zudem ist es bei professionellen Musikern auch oft der Fall, dass man einfach fühlt, wenn die Chemie untereinander stimmt und etwas magisches passiert. 

Was mir weniger gefällt, ist, wenn Musiker zum Aufnahmestudio kommen und nicht vorbereitet sind. Ich hatte schon oft Sessions wo man herumsitzt und darauf wartet, bis Texte zuende geschrieben sind oder die Musiker sich entschieden haben, welche Struktur das Lied haben soll. 


 

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie heute im Job brauchen, haben Sie im Studium an der HSD erworben oder kennengelernt?

Grundsätzlich hat mir vieles, was ich an der HSD kennengelernt habe bisher geholfen. Das Wissen von E-Technik, Tonstuodiotechnik, Akustik bis hin zur Signalverarbeitung brauche ich in gewissen Maßen. Was mir am meisten hilft, ist schnelles und logisches Denken, was man bei den Projekten, die man während des Studiums absolviert, erlangt. 


 

Kurioses, Lustiges, Trauriges während des Studium - was würden Sie Ihren Kindern und Freunden erzählen?

Ich denkee, ein Projekt woran ich mich immer erinnern werde, ist das Kaffeemaschinenprojekt. Wir haben eine Kaffeemaschine klanglich testet und daraufhin versucht die Geräusche, die sie während des Brühvorgangs macht, zu verbessern. Da nur 2 Leute in der Projektgruppe Kaffee getrunken haben und wir sehr viel Kaffee zu Testzwecken brühen mussten, waren mein Teamkollege und ich einmal wöchentlich extrem motiviert und haben ein wenig zuviel Kaffee getrunken, was zu einer heiteren Runde geführt hat. 

 
Was hat Ihnen damals geholfen sich für Ihren Studiengang zu entscheiden? Was können Sie zukünftigen Studierenden empfehlen?

Dadurch, dass ich schon Audio Production an der SAE Köln studiert habe, wusste ich bereits welchen Berufsweg ich einschlagen wollte, dachte aber, dass ein vertieftes und theoretisches Wissen diesbezüglich nicht falsch sein könnte. Was mir an der HSD gefiel ist, dass erst ein breitgefächertes Grundwissen und daraufhin eine Spezialisierung erfolgte, sodass man einen Einstief in mehrere Medienfächer bekam, bevor man sich entscheiden musste, was genau man denn studieren wollte. 


 

Was würden Sie unseren Studierenden raten, die den Einstieg in den Beruf noch vor sich haben?

Wer nach dem Studium an seinem Lebenslauf arbeitet, hat sehr viel Zeit vergeudet. Vor allem im Medienbereich muss man während des Studiums schon aktiv arbeiten, um einerseits etwas vorweisen zu können aber auch um wichtige Kontakte zu knüpfen, die einem weiterhelfen könnten. Fangt so früh wie möglich an etwas im Beriech, den ihr studiert zu finden, auch wenn es nur Teilzeit ist. 


 

Was planen Sie für Ihre Zukunft?

Ich plane meine Zukunft nicht gerne, da man nie genau weiß, was für Chancen oder Herausforderungen auf einen zukommen. Ansonsten arbeite ich freudig weiter und hoffe, dass ich es irgenwann schaffe an einem Grammy gewinnenden Album zu arbeiten, das wäre definitiv ein Traum für mich!


 

„Die Hochschule Düsseldorf ist für mich...“ 

 die richtige Entscheidung gewesen.


 

Was hätten Sie sich von der HSD gewünscht?

Eine Sache, die ich mir von der HSD gewünscht hätte, wäre ein einfacherer Zugang zu den Tonstudios, um das Mischpult und Workflow besser kennenzulernen. 
Ich fand es zudem schade, dass viel Equipment, welches als veraltet gegolten hat, nicht weiter besprochen wurde, da ich mir so mein Wissen von Bandmaschinen selbst aneignen musste, um einen Job annehmen zu können, bei dem ein ganzes Album auf Tonband aufgenommen wurde.