Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences

​​ Viele Menschen werden mit der Pflegebedürftigkeit von Angehörigen konfrontiert, sei es durch ein pflegebedürftiges Kind oder durch ihre Eltern oder einen Unfall in der Familie. Eine solche Situation tritt in der Regel unerwartet ein und bedarf der besonderen Vereinbarkeit mit Studium oder Beruf. Auch bei Feststellung zunehmender Hilfsbedürftigkeit, obwohl noch keine Pflegestufe zu beantragen ist, können die Informationen auf dieser Seite eine Orientierungshilfe bieten.​
 

I. Erste Schritte in der Pflege >>
II. Wahl der Pflegeleistungen >>
III. Absicherung der Pflegeperson >>
IV. Möglichkeiten Beruf und Pflege miteinander zu verbinden >>
V. Beratung und Informationen zum Thema Pflege >>
VI. Weitere Informationen zu Pflege allgemein in Düsseldorf >>

 


 

I. Erste​ Schritte in der Pflege

1. Voraussetzung für Leistungsansprüche

Um Pflegeleistungen voll in Anspruch nehmen zu können, muss die zu pflegende Person in den letzten 10 Jahren vor der Antragstellung zwei Jahre in die Pflegekasse eingezahlt haben oder familienversichert gewesen sein.

 

2. Antragstellung

Um Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, muss die zu pflegende Person oder deren betreuende Person einen Antrag bei der Pflegekasse stellen. Die Pflegekasse befindet sich bei der Krankenkasse.

  • Der Antrag kann formlos, sollte aber schriftlich gestellt werden,
    damit Sie über einen Eingangsbeweis verfügen.
  • Bei mündlicher Antragstellung notieren Sie Namen des Sachbearbeiters, Datum und Uhrzeit
  • Vordrucke zur Antragstellung liegen bei der Pflegekasse aus.

Sobald der Antrag bei der Pflegekasse gestellt wurde, beauftragt diese den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutachtung zur Feststellung des Pflegebedarfs.

 

3. Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung

Nach der Antragstellung kommt ein Gutachter des MDK zu dem Pflegebedürftigen nach Hause und versucht festzustellen, in welchem Umfang Pflege benötigt wird um eine Einstufung in die verschiedenen Pflegegrade vornehmen zu können. Die Pflegegrade regeln das, was einem Pflegebedürftigen an Pflegegeld oder Sachleistungen zustehen (Kostenübernahme für Pflegedienste, ambulante oder teilstationäre Pflege, Ersatzpflege, Verhinderungspflege sowie die stationäre Pflege).
Bereiten Sie die Begutachtung gut vor, um die Bedürfnisse des zu Pflegenden klar zu machen!

  • Es sollte eine Person dabei sein, die die pflegebedürftige Person gut kennt, denn oft kommt es vor, dass diese ihren Hilfsbedarf herunter spielt, weil es ihr zB. peinlich ist, nicht mehr allein auf die Toilette gehen zu können.
  • Der Pflegebedarf sollte realistisch dargestellt werden
  • Legen Sie ein Pflegetagebuch an! Es hilft, den täglichen Bedarf deutlich zu machen. Eine Vorlage erhalten Sie auf Anfrage bei der zuständigen Pflegekasse. Schreiben Sie die Hilfeleistungen, Dauer und Regelmäßigkeit auf.
  • Halten Sie ärztliche Unterlagen bereit.

 

4. Pflegegrade

Die Einstufung in Pflegegrade, durch die/den Gutachter*in des MDK, erfolgt über eine Modulprüfung, welche ihren Blick auf folgende sechs Lebensbereiche legt: 
Modul 1: Mobilität
Modul 2: Gestige und kommunikative Fähigkeiten
Modul 3: Verhaltensweisen und Psychische Problemlagen
Modul 4: Selbstversorgung
Modul 5: Selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und BElastungen - sowie deren Bewältigung.

Entsprechend dem Umfang des festgestellten Hilfebedarfs werden die Pflegebedürftigen dann einem Pflegegrad zugeordnet. Je nach Pflegegrad unterscheidet sich​ die Höhe der Leistungen der Pflegekasse. Es werden fünf Pflegegrade unterschieden:

Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Sind Sie mit der Einstufung des Pflegegrades nicht einverstanden, können Sie innerhalb eines Monats formlos Widerspruch gegen die Einstufung einlegen. Sollte die Kasse nicht schnell genug bei der Einstufung sein, besteht Anspruch auf einen externen Gutachter.

 

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II. Wahl der Pflegeleistungen

Die Leistungen der Pflegekasse sind unterteilt in Pflegesachleistungen sowie das Pflegegeld und bemessen sich je nach Pflegestufe. Die pflegebedürftige/pflegende Person kann darüber entscheiden ob Sachleistungen (Hilfe von Pflegediensten) oder Pflegegeld in Anspruch genommen wird, bzw. den Bezug von Pflegegeld mit der Inanspruchnahme von Sachleistungen kombinieren. Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld ist, dass die häusliche Pflege selbst sichergestellt ist, zB. durch einen Angehörigen. Das Pflegegeld wird den Betroffenen von der Pflegekasse überwiesen und dann durch diesen an die pflegende Person weitergeleitet. Wird zusätzlich eine Sachleistung durch einen Pflegedienst in Anspruch genommen, vermindert sich das Pflegegeld in entsprechendem prozentualen Verhältnis.

 

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III. Absicherung der Pflegeperson

Wenn Sie sich dazu entschieden haben, Angehörige allein zu pflegen, steht Ihnen zunächst das oben genannte Pflegegeld zu.

Ferner stehen Ihnen als Pflegeperson Rentenansprüche zu. Die Höhe richtet sich nach dem Schweregrad der Pflegebedürftigkeit und dem Umfang der Pflegetätigkeit. Dazu müssen Sie einen Angehörigen für mindestens 14 Stunden die Woche pflegen und dürfen nicht mehr als 30 Stunden die Woche erwerbstätig sein. Die Pflegeversicherung zahlt dann Ihre Beiträge zur Rentenversicherung. Dies gilt auch für die Zeit eines Urlaubes! 

Als Pflegeperson sind Sie zudem während der Pflegetätigkeit sowie bei allen Tätigkeiten und Wegen, die mit der Pflege zusammenhängen, gesetzlich unfallversichert.

Wenn Sie als Pflegeperson wegen Urlaub oder eigener Erkrankung nicht pflegen können, zahlt die Pflegekasse eine notwendige Ersatzpflege. Dieser Anspruch besteht für maximal vier Wochen im Jahr wobei die Pflegetätigkeit zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme wenigstens sechs Monaten ausgeübt werden muss.

 

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IV. Möglichkeiten Beruf und Pflege miteinander zu verbinden

Ist der Pflegefall eingetreten, besteht für die/den Beschäftigte_n der HSD die Möglichkeit, „Pflegezeit“ in Anspruch zu nehmen. Pflegezeit bedeutet, dass die pflegende Person einen Anspruch auf unbezahlte, sozialversicherte Freistellung von der Arbeit für die Dauer von bis zu sechs Monaten gewährt wird.

Anspruch auf Pflegezeit besteht, wenn bei einem nahen Verwandten mindestens Pflegestufe I vorliegt und zu Hause gepflegt wird. Zudem muss die Pflegezeit 10 Tage vor Antritt schriftlich beim Arbeitgeber angekündigt werden. Weiter muss mitgeteilt werden, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang Pflegezeit genommen werden möchte. 

Die Hochschule Düsseldorf bietet nach dem Pflegezeitgesetz für Angehörige, welche mit der Pflegesituation konfrontiert werden, die Möglichkeit einer drei monatigen Auszeit um die Pflegesituation zu gestalten und in diese hinein zu wachsen, bei Notwendigkeit kann die Pflegezeit von drei auf sechs Monate verlängert werden. 

Diese Pflegezeit ist nur für Verwandte ersten Gerades möglich und nur 1x pro Pflegefall. Es gibt hier keine Einkommensersatzleistung, außer das Pflegegeld der zu pflegenden Person wird auf den pflegenden Angehörigen übertragen. In der Pflegezeit besteht Kündigungsschutz! 

Es besteht Anspruch auf kurzzeitige Freistellung für die Pflege Angehöriger. Der Freistellungsanspruch beläuft sich auf 10 Tage unbezahlten Urlaub und gilt auch für Beamte. Diese kurzzeitige Freistellung kann pro Pflegefall nur 1 x genommen werden.

 

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V. Beratung und Informationen Zum Thema Pflege

Das Familienbüro 

Dipl.-Päd./Ass. Jur. Marie-Theres Reuter
Josef-Gockeln-Str. 9, Raum H13
40474 Düsseldorf
Tel.: +49 211 4351-508
familienbuero@hs-duesseldorf.de  
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Öffnungszeiten:
Dienstags 10.00-12.00 Uhr und Donnerstags von 12.00-14.00 Uhr 

 

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VI. Weitere Informationen zu Pflege allgemein in Düsseldorf

 

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