Das Ende des Krieges, die Kapitulation des Nazi-Regimes bedeutete für die verfolgten, noch lebenden Jüdinnen und Juden endlich die Befreiung – aber dies war für die allermeisten nur ein schwacher Trost: so viele ihrer Familienangehörigen und Freunde lebten nicht mehr. In ihre alte Heimat wollten aus verständlichen Gründen nur wenige zurück. Die Überlebenden waren traumatisiert, die schrecklichen Erlebnisse in den Ghettos und Lagern hatten tiefe und unauslöschliche Spuren in ihnen hinterlassen, mit denen sie fortan leben mussten.
Dabei quälte sie die Frage: Warum bin ausgerechnet ich davongekommen, während so viele andere ermordet wurden? Hilfe bei der Bewältigung ihrer Traumata erhielten sie nur selten, über ihre Erlebnisse sprechen konnten nur die wenigsten, manche erst nach Jahrzehnten. So wirkten die Traumata auf ganz unterschiedliche Weisen in den Familien, die die Überlebenden gründeten, weiter und hatten Folgen auch für ihre Kinder und Enkelkinder.
Über die unterschiedlichen Strategien des Umgangs mit der NS-Verfolgungsgeschichte und den daraus resultierenden Traumata – Bewältigung, Verarbeitung oder auch Verdrängung – wollen wir mit Angehörigen der zweiten und dritten Generation ins Gespräch kommen. Dabei interessiert uns auch die Frage, welchen Platz dieser Teil der eigenen Familiengeschichte heute in ihrem Leben einnimmt, und wie ihr Blick auf die aktuelle politische Entwicklung in Deutschland ist, die geprägt ist von einem zunehmenden Antisemitismus und den immer bedrohlicheren Wahlerfolgen einer rechtsextremen Partei.
Termine - 22.10.26, 18:30 Uhr : MICHAL AREND: DAS LEBEN DANACH (ONLINE)
- 10.11.26, 18:30 Uhr: DANIELA EBENBAUER: IMO MOSZKOWICZ' ERBE (ONLINE)
- 8.12.26, 18:30 Uhr: HUBERT KASPERS: AUF DEN SPUREN MEINER GROßMUTTER ROSA (HSD)
- 11.1.2027, 18:30 Uhr: NORA HESPERS: 'MEIN OPA, SEIN WIDERSTAND GEGEN DIE NAZIS UND ICH' (HSD)
Alle näheren Informationen finden Sie im
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