Die Hochschule Düsseldorf (HSD) hat mit dem im Rahmen des Solar Decathlon Europe 2022 entwickelten Demonstrationsgebäude Haus MIMO ein innovatives Konzept für nachhaltiges Bauen realisiert, das nun in eine neue Nutzungsphase übergeht: Die Bergischen Universität Wuppertal hat das Gebäude, das seit Ende 2022 Teil ihres Projekts „Living Lab NRW war, an die DeepWood GmbH übergeben. Künftig wird es im Müngstener Brückenpark in Solingen als Besucherzentrum genutzt und dient als touristische Anlaufstelle für den Brückensteig sowie das Bergische Städtedreieck mit den Städten Remscheid, Wuppertal und Solingen. Perspektivisch wird es zudem in die Planungen der Bundesgartenschau 2031 eingebunden.
„Dass das Haus MIMO nun in einen öffentlichen Nutzungskontext überführt wird, zeigt, wie nachhaltig angelegte Hochschulprojekte Wirkung über den ursprünglichen Wettbewerb hinaus entfalten können“, sagt Jana Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für lebenswerte und umweltgerechte Stadtentwicklung (IN-LUST) der HSD. „So werden innovative Baukonzepte langfristig erlebbar und weitergedacht.“ Das bereits seinerzeit bewusst elementiert und modular entwickelte Gebäude soll nun seine Flexibilität entfalten und durch den Umzug und Weiternutzung die Möglichkeiten des zirkulären Bauen unter Beweis stellen.
Das Haus MIMO – der Name steht für „Minimal Impact – Maximum Output- war Teil des von der Bergischen Universität Wuppertal initiierten Projekts Living Lab NRW, das über mehr als drei Jahre als Reallabor für klimaneutrales und nachhaltiges Bauen diente. Insgesamt acht von internationalen studentischen Teams entworfene und realisierte Gebäude fungierten dort als Forschungs-, Demonstrations- und Vermittlungsorte für innovative Ansätze in Architektur, Bauforschung und Stadtentwicklung. Das vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt wird im Laufe dieses Jahres abgeschlossen.
Das Gebäude selbst entstand als interdisziplinäres Projekt eines studentischen Teams der Hochschule Düsseldorf. An der Entwicklung waren alle sieben Fachbereiche sowie das In-LUST beteiligt. Über 100 Studierende, sieben Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und neun Professor*innen arbeiteten gemeinsam an dem Konzept und wurden von externen Partnern unterstützt.
Inhaltlich basiert das Projekt auf der Idee, bestehende Bausubstanz behutsam weiterzuentwickeln. Ausgangspunkt war die Sanierung und Aufstockung eines historischen Lagergebäudes, dessen Charakter erhalten bleibt und zugleich durch nachhaltige Wohn- und Energiekonzepte ergänzt wird. Modulare Holzbauten schaffen zusätzlichen Wohnraum, während ein vernetztes Energiesystem aus Photovoltaik, Wärmepumpe und Speichern eine effiziente Energieversorgung ermöglicht.
Mit der Übernahme durch die DeepWood GmbH beginnt nun eine neue Phase der Nutzung. In den kommenden Monaten werden die Konzepte für die Weiterentwicklung des Gebäudes geschärft.