Machtmissbrauch in der Wissenschaft sichtbar machen
Machtmissbrauch im Hochschulalltag kann sich unterschiedlich äußern. Abhängigkeiten bei der Betreuung von Abschlussarbeiten, in Arbeitsverhältnissen oder auf wissenschaftlichen Karrierewegen können es für Betroffene schwer machen, Erfahrungen anzusprechen und zu benennen. Umso wichtiger ist es, solche Erfahrungen zu dokumentieren und öffentlich über die Strukturen zu sprechen, die Machtmissbrauch begünstigen.
Dazu möchte die neue Website „Machtmissbrauch melden“ von Lisa Niendorf, Bildungsforscherin und auf sozialen Plattformen bekannt als FrauForschung beitragen. Die Website richtet den Fokus auf Erfahrungen mit Machtmissbrauch an deutschen Hochschulen und auf will sie als strukturelles Problem sichtbarer machen. Die Plattform ist keine offizielle Meldestelle und ersetzt daher keine Meldung oder Beschwerde bei einer zuständigen Stelle. Sie trägt jedoch dazu bei, das Bewusstsein für das Thema zu stärken.
Eine weitere Anlaufstelle ist das Netzwerk gegen Machtmissbrauch in der Wissenschaft. Auf seiner Website veröffentlicht das Netzwerk anonymisierte Erfahrungsberichte und setzt sich außerdem dafür ein, das Bewusstsein für Machtmissbrauch im Wissenschaftssystem zu stärken sowie Betroffenen unabhängige Beratung anzubieten.